Fisch des Wonnemonats
Die Wander- und Laichzeit des Maifischs liegt im Frühjahr. Ab Mitte April wandern die Maifische vom Meer kommend den Rhein und seine Zuflüsse hinauf. Die einstigen Massenwanderung der zu den Heringsartigen zählenden und sehr wohlschmeckenden Fische, war einst bedeutend für die Fischerei entlang des Rheins. Zu tausenden wurden Maifische gefangen, die als saisonale Spezialität in den Gast- und Brauhäusern entlang der Flüsse begehrt waren. Zur Fortpflanzung sammeln sich die Maifische an rasch überströmten sauberen Kiesbänken im Bereich der Barbenregion der Flüsse. Hier laichen die Fische dann schwarmweise in lauen Mai- und Juninächten ab und geben unter lautem weithin wahrnehmbaren Geplansche ihre Geschlechtsprodukte ins Wasser ab. Die befruchteten Eier sinken an den kiesigen Grund. Dabei stirbt der überwiegende Teil der entkräfteten Fische. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven. Die Jungfische wandern dann im Laufe des Sommers und Herbstes zum Meer ab, wo sie sich nach drei bis fünf Jahren zu geschlechtsreifen Fischen entwickeln und dann zum Laichen in die Flüsse zurückkehren.

Das internationale Projekt zur Rückkehr des Maifischs in den Rhein
Analog zu den anderen anadromen Wanderfischarten gingen auch die Bestände des ehemals häufigen Maifischs Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts drastisch zurück. Die Gründe liegen in der der rigorosen Überfischung, dem Gewässerausbau und Verlust essenzieller Lebensräume, sowie schließlich durch die zunehmende Verschlechterung Wasserqualität, in deren Folge der Maifisch Mitte des vorigen Jahrhunderts im Rhein ausstarb. Seit dem Jahr 2007 erfolgten erste Untersuchungen was zu tun ist, um den Maifisch wieder im Rheinsystem anzusiedeln und damit das bislang einzige Wiederansiedlungsprojekt dieser Art in Europa zu starten. Dazu wurden geeignete Spender-Population in Süd-West-Frankreich gesucht (Garonne & Dordogne), Kartierung von Habitaten im Rhein vorgenommen und Erbrütungstechniken für die Bereitstellung der Maifischlarven etabliert. Die bisherigen Beobachtungen zu in den Rhein zurückkehrende erwachsene Maifische und einer ersten natürlichen Vermehrung dieser Rückkehrer machen Mut für die Zukunft des Fischartenschutzprojektes. Als Partner wirken hier bisher zusammen: Rheinischer Fischereiverband, Alosa-Stiftung (vormals HIT-Umweltstiftung), verschiedene Stellen der Bundesländer und Fischereiverbände NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg, Rheinfischereigenossenschaft NRW, Sportvisserij NL, Fishing King und die Landwirtschaftskammer NRW.

Auftakt zur neuen Projektphase des Artenschutzprojektes
Aktuell laufen bereits die Vorbereitung für eine neue Phase dieses internationalen Fischartenschutzprojektes ab dem Jahr 2027 über die Stiftung Wasserlauf NRW. Mit der ersten Auswilderung junger Maifische im Frühjahr 2027 durch Schulkinder in Köln-Poll soll die neue Phase eröffnet werden. Der Maifisch steht dabei für einen grenzüberschreitenden Ansatz im Gewässerschutz von unseren kleinen Zuflüssen am Rhein bis hin zum Atlantik.

Aspekt der Umweltbildung und Mitwirkung von Schulklassen
Die Auswilderung der jungen Maifische (aus Süd-West-Frankreich von unseren gemeinnützigen Partnern geliefert) soll im Frühjahr 2027 mit Schulklassen am Ufer des Rheins in Köln-Poll erfolgen, wo auch die Vereinigung der traditionellen Berufsfischer, das „Poller Maigeloog“ zu finden ist. Die Maifischgasse zeugt vor Ort noch von der alten Fischertradition. Die umweltpädagogische Begleitung für die Schulklassen wird durch geschulte Fachkräfte organisiert. So wird die Nachhaltigkeit des Gewässerschutzes und des grenzüberschreitenden Fischartenschutzes auch in den Herzen und Köpfen der Kinder verankert. Mit einem emotionalen Erlebnis am Gewässer wird am Ufer des Rheins so eine wichtige Grundlage für globalen Umwelt- und Klimaschutz gelegt.

 

FINNE Logo JPG

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.